Eine passende Wasserfilteranlage finden – die 5 wichtigsten Fragen, auf die es ankommt – von Dr. M. Scholze

Diese 5 wichtigen Fragen, die man bei der Anschaffung einer Wasserfilteranlage für sich beantworten sollte, helfen Klarheit und den Weg zum richtigen Wasserfilter zu finden.

Ein Beitrag von Dr. Michael Scholze:

Die passende Wasserfilteranlage zu finden ist für die meisten Menschen ein steiniger Weg. Wer anfängt im Internet zu recherchieren, findet zahlreiche Webseiten und Videos zu dem Thema. In kürzester Zeit ist man von den widersprüchlichen Informationen so verwirrt, dass man gar nicht mehr weiss, was richtig oder falsch ist. Man hat das Gefühl, keine Antworten zu finden und es tun sich immer mehr Fragen auf. Mir ging es am Anfang auch so. Hinzu kommt noch, dass viele scheinbar sachliche Informationsangebote von kommerziellen Interessen getrieben sind und nicht neutral informieren.

Das folgende Video ist eine etwas kompaktere Version des darunter folgenden ausführlichen Beitrags:

1. Was soll die Wasserfilteranlage filtern – alles oder nur ein bisschen?

Die erste Frage, die wir für uns beantworten müssen, ist: „Was soll die Wasserfilteranlage alles aus dem Wasser herausfiltern?„. Einige Stoffe wie z.B. Pestizide, Medikamentenreste, Nitrat, … fallen einem sofort ein. Sollte es noch mehr sein, z.B. Uran, Düngerreste, …? Haben wir vielleicht was vergessen? Ja woher sollen wir überhaupt vollständig wissen, was da alles an Schadstoffen im Wasser sein könnte? Die traurige Antwort ist: Wir können es nicht wissen!

Also sollte eine Wasserfilteranlage am besten gleich alle Stoffe aus dem Wasser so gut wie möglich herausfiltern können. Dann sind wir auf der sicheren Seite und können keinen Stoff vergessen haben.

Ich kenne nur 2 Technologien, die das nahezu perfekt können:

Alle anderen Wasserfilteranlagen, die mir bisher begegnet sind, sind spezialisiert auf die Filterung bestimmter Stoffgruppen und es gibt immer andere Stoffgruppen, die sie nicht filtern können. Zum Beispiel können Aktivkohlefilter viele Pestizide binden aber kein Nitrat oder Kalk filtern.

Osmosewasser ist es wirklich gesund?Eine Umkehrosmoseanlage oder ein Destilliergerät filtern nahezu alles heraus, auch den Kalk, gelöste Salze und Mineralien. Manche Menschen befürchten nun, dass das zuviel des Guten sei, weil wir ja von der Werbung der Mineralwasserindustrie gelernt haben, dass unser Körper die Mineralien braucht. Ist das wirklich so? Dieses Thema wird sehr widersprüchlich im Internet diskutiert. Dabei kann man relativ einfach mit gesundem Menschenverstand und einem wachen Blick in der Natur die Antwort finden. Das habe ich Im Beitrag „Osmosewasser – ist es wirklich gesund?“ ausführlich erläutert. Wie in diesem Beitrag beschrieben, ist unser Körper im Laufe der Evolution gerade für mineralarmes Wasser optimiert worden. Unsere Mineralien bekommen wir primär aus der Nahrung und nicht aus dem Wasser.

2. Osmoseanlage oder Destilliergerät?

Eine Osmoseanlage hat als Hauptfilter eine Umkehrosmosemembran. Durch diese Membran wird das Leitungswasser unter relativ hohem Druck hindurchgepresst. Die Schadstoffe werden zurück gehalten, weil die Membran so fein ist, dass nur das H2O Molekül vom Wasser hindurch passt. Das funktioniert deswegen so gut, weil das H2O Molekül zu den kleinsten gehört.

Bei der Destillation wird das zu filternde Wasser meistens durch Kochen verdampft und an einer kühleren Fläche wieder kondensiert. Die meisten Schadstoffe verdampfen nicht mit und bleiben zurück.

Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass beide Verfahren keine 100% perfekten Filter sind, die gibt es auch gar nicht. Trotzdem filtern beide mit Abstand wesentlich mehr Stoffe aus dem Wasser als alle anderen mir bekannten Filtertechnologien.

Wie funktioniert denn der Wasserfilter der Natur?

wasserfilter-der-naturDer größte Wasserfilter auf diesem Planeten, der Wasserfilter der Natur, arbeitet auch mit Destillation. Das Wasser auf der Erde verdunstet, steigt auf und kondensiert zu Wolken. Es kommt als Regen, der nichts anderes als destilliertes Wasser ist, zurück auf die Erde. Dieser riesige Wasserfilter kann sogar Meerwasser entsalzen. Die Destillation ist ein Verfahren, das dem natürlichen Reinigungsprozess sehr ähnlich ist, im Gegensatz zur Umkehrosmose.

Auch wenn es aus diesem Blickwinkel nahe liegt, ist die Destillation leider doch nicht das beste Verfahren für unsere Küche.

Die 2 großen Probleme bei Destilliergeräten

Die üblichen Destilliergeräte haben 2 Eigenschaften, die so eine Wasserfilteranlage für mich unakzeptabel machen.

1.) Da das Wasser elektrisch verkocht wird braucht ein Destilliergerät so große Mengen an Strom, das es ökologisch und von den Stromkosten her (bis zu 350€ pro Person und Jahr) für mich nicht vertretbar ist. Eine ausführliche Betrachtung dazu gibt es im Beitrag: „Stromkosten beim Wasserfilter mit Destillation„.

2.) Der Wasserdampf kondensiert meistens an einer Edelstahlfläche. Ich konnte bei einem Freund, der so ein Gerät hat, das Wasser probieren. Es hatte für mich einen seltsamen Beigeschmack, der vermutlich von der Kondensationsfläche aus Edelstahl herrührt. Weitere Infos zum Thema Reinstwasser und Edelstahl gibt es im Beitrag: „Wasserfilter aus Edelstahl – ist das wirklich gut?„.

Aus diesen beiden Gründen kommt destilliertes Wasser für mich nur in Frage, wenn die Kondensation an einer Glasfläche erfolgt und wenn die Verdunstung mit reiner Solarwärme, also ohne Strom, möglich ist. In einem wärmeren Land könnte so etwas durchaus realisierbar sein.

Ist eine Osmoseanlage der bessere Wasserfilter?

In einem Land wie Deutschland ist für mich die Umkehrosmose das bessere Verfahren. Es ist ökologischer (kein hoher Stromverbrauch) und unter Berücksichtigung der laufenden Kosten wesentlich preiswerter. Es hat auch seine Probleme, die sind aber leichter lösbar.

Ausführliche Infos zu den Vor- und Nachteilen von Osmoseanlagen und Destilliergeräten gibt es im Beitrag „Osmoseanlage – die perfekte Wasserfilteranlage für unser Trinkwasser

3. Welche Osmoseanlage ist gut? – Mit oder ohne Tank?

Tank einer Osmoseanlage

Im wesentlichen gibt es „Direct Flow Anlagen“ ohne Tank und die alten Tankanlagen aus den Anfangszeiten der Osmosefilter. Man brauchte früher den Tank für die sehr langsam arbeitenden Osmosefilter, um einen kleinen Wasservorrat zu speichern. Der Tank ermöglichte, das das Wasser trotzdem schnell entnommen werden konnte.

Das musste allerdings mit Einbußen in der Wasserqualität teuer bezahlt werden. Egal ob diese Tanks von außen aus Edelstahl oder aus Kunststoff sind, im Inneren befindet sich fast immer eine Blase / Membran aus Naturkautschuk oder Kunststoff zur Abgrenzung zwischen Wasser und Luftpolster. Es ist nicht auszuschließen, das das reine Osmosewasser aus diesen Materialien in geringen Mengen Stoffe löst und sich geschmacklich verändert. Das ist auch der Grund warum solche Osmoseanlagen oft einen Aktivkohlenachfilter haben. Hinzu kommt, das sich in so einem Tank gerne Bakterien und Keime festsetzen und vermehren.

Aus diesen Gründen ist für mich ein solcher Tank als Trinkwasserspeicher nicht akzeptabel. Ich verwende ihn nur für das Osmosewasser, mit dem unser Geschirrspüler betrieben wird.

Weiter gehende Infos zu diesem Thema finden sich ebenfalls im Beitrag „Osmoseanlage – die perfekte Wasserfilteranlage für unser Trinkwasser

4. Auf die Umkehrosmosemembran kommt es an!

Membran 75 gpdDie Umkehrosmosemembran ist das Herzstück bzw. der Hauptfilter in einer Wasserfilteranlage, die nach dem Prinzip der Umkehrosmose filtert. Fast die gesamte Reinigungsleistung erfolgt mit dieser Membran. Die Vorfilter haben lediglich die Aufgabe die Membran vor Schwebestoffen und Chlor zu schützen, damit diese die Membran nicht beschädigen.

Markenmembran oder Billigware?

Wie sauber das Wasser aus so einer Wasserfilteranlage herauskommt hängt in erster Linie von der verwendeten Membran ab. Da gibt es sehr unterschiedliche Qualitäten zu kaufen. Mit den 75 GPD Membranen von DOW Filmtec oder den 150 GPD Membranen von AMI habe ich beste Reinigungsleistungen erzielt. Beides sind Markenmembranen aus den USA.  Eine chinesische Membran hat in meinem Test ca. 10 – 20 Mal so viel Schadstoffe wie die genanten Markenmembranen hindurch gelassen.

Leider wird oft an dieser Stelle am falschen Ende gespart. Besonders bei den Osmoseanlagen für wenige 100€ kommen oft Billigmembranen zum Einsatz. Dabei ist häufig der Preisunterschied gar nicht so groß. die 75 GPD DOW Filmtec Markenmembran kostet keine 20€ mehr als ein entsprechendes Billigprodukt aus China.

Da die Wasserqualität des gefilterten Wassers so stark von der Qualität der Membran abhängt, kommen für mich nur bestimmte Markenmembranen in Frage. Einige Hersteller von Wasserfilteranlagen lassen ihren eigenen Namen auf das Membranetikett drucken, so das man nicht mehr erkennen kann, ob es sich um ein Markenprodukt oder eine Billigmembran handelt. Ich würde so einen Filter nur kaufen, wenn mir der Filterhersteller den Membranhersteller nennt. Wenn es eine Markenmembran ist, wird er das sicherlich gerne tun.

Für Direct Flow Anlagen gibt es nur wenig Membranen mit bestem Rückhaltevermögen

Bei den Direkt Flow Anlagen ohne Tank werden Membranen mit hohen Durchflussleistungen benötigt. So eine hohe Durchflussleistung in Kombination mit einer hohen Reinigungsleistung ist eine besondere technische Herausforderung. Viele verwendeten Membranen (darunter auch Markenmembranen) mit hoher GPD Zahl halten die Schadstoffe nicht so gut zurück, wie die Membranen mit kleinerer GPD Zahl. Einzige Ausnahme, die ich bis jetzt kenne, sind die Membranen von AMI, die auch bei hohen Durchflussleistungen (z.B. 150 GPD) ein sehr gutes Rückhaltevermögen haben.

5. Selber bauen oder fertig kaufen?

Wasserfilter selber bauenFrüher habe ich gedacht, dass man eine Osmoseanlage nicht selber bauen kann. Die nähere Beschäftigung damit zeigte mir dann aber, dass es im Grunde gar nicht so schwer ist und richtig Spaß machen kann. Es kostet weniger, man lernt einiges dabei und kann die Osmoseanlage an individuelle  Bedürfnisse anpassen. Noch wichtiger ist mir, dass man beim Selbstbau die hochwertigen Materialien selber auswählen kann und in diesem Punkt alle Freiheiten hat.

Bei meiner ersten selbst gebauten Osmoseanlage dem „Aquarius Minimus“ war das Ziel, mit hochwertigsten Materialien einen Wasserfilter zu bauen, der reinstes Wasser gibt und trotzdem wenig kostet. Damit er preiswert wird, wollte ich nur am Komfort sparen. Als fertiges Gerät habe ich so etwas nicht gefunden, aber der Selbstbau machte es möglich.

Um eine kleine minimalistische Osmoseanlage selber zu bauen, muss man nur Schläuche zusammenstecken und Schlauchverbinder einschrauben können. Das ist auch nicht schwerer, als einen Schrank aus dem Baumarkt aufzubauen. Wer mehr dazu lesen oder einen meiner Wasserfilter mit Anleitung nachbauen möchte, findet hier weitere Infos: „Wasserfilter selber bauen

Wer keine Lust zum selber Bauen hat, muss auf eine fertige Osmoseanlage zurück greifen. Für die Minimalisten, die auf Komfort verzichten und beste Wasserqualität möchten, könnte die kleine Osmoseanlage „Aquarius Minimus“ etwas sein, die gibt es inzwischen auch als fertig aufgebautes Gerät.

Wer auf Komfort nicht verzichten möchte, sollte sich bei den Direct Flow Anlagen umsehen. Wichtig ist, dass diese mit einer guten Markenmembran (z.B. AMI) ausgestattet sind.

Wasser energetisieren – ein wichtiger Schritt nach dem Filtern

Wasser energetisierenAll das hier gesagte hilft reinstes Wasser frei von ungesunden Stoffen zu bekommen. Das ist aber nur der halbe Weg zu wirklich gutem Wasser. Masaru Emoto hat ja mit seinen eindrucksvollen Kristallbildern deutlich gezeigt, dass Wasser noch ganz andere Qualitäten jenseits der rein stofflichen Zusammensetzung hat. Um dem Wasser die Eigenschaften wieder zu geben, damit es Lebensprozesse optimal unterstützen kann, sind weitere Schritte nötig. Man spricht von Wasserbelebung oder Wasser Energetisierung. Alles etwas schwammige Begriffe, die der Wissenschaft noch nicht so zugänglich sind. Einen Einblick in dieses weite Thema gibt der Beitrag: „Wasser energetisieren, verblüffende Fakten die kaum einer kennt„.

Fazit

Da wir nicht wissen können, welche Schadstoffe im Wasser sind, ist es wichtig eine Wasserfilteranlage zu haben, die in der Lage ist, alle Schadstoffe zu filtern. Den Wasserfilter der Natur, die Destillation, nachzuahmen ist mit elektrischen Destilliergeräten ökologisch nicht vertretbar. Es bleibt die Osmoseanlage als preiswertestes Verfahren.

Es ist kein guter Weg, das Osmosewasser in einem Tank mit Kautschukmembran zu speichern. Besser sind moderne Direct Flow Anlagen oder Geräte mit drucklosem Vorratsbehälter aus Glas. Besonders kommt es auf die Umkehrosmosemembran an, da gibt es große Qualitätsunterschiede zwischen Markenprodukten und Billigware.

Mann kann auch eine Osmoseanlage selber bauen und ist dann besonders flexibel in der Gestaltung und Auswahl der Materialien und Filterelemente.


Über den Autor

Dr. Michael ScholzeIch bin Michael, vom Herzen her Forscher und Physiker.

Wasser hat mich schon immer besonders fasziniert. Es ist nicht nur Grundlage allen Lebens, sondern auch das Element mit den meisten Wundern und Geheimnissen auf unserem Planeten. Wir Menschen haben bis jetzt gefühlt nur 1% vom Wesen des Wassers verstanden. Wir erahnen einiges, was wissenschaftlich noch gar nicht greifbar ist. Hier wird es interessant.

Seit über 25 Jahren filtern wir unser Trinkwasser. Zuerst mit einem Kohlefilter und seit ca. 9 Jahren mit einer Osmoseanlage. Je mehr ich mich mit dem Trinkwasserthema beschäftigte, desto höher wurden meine Ansprüche ans Wasser.

Vor ca. 2 Jahren entdeckte ich Unzulänglichkeiten in unserer Osmoseanlage (ein teures Markengerät), und fing an, diese umzubauen. Die Erkenntnis, dass die Zutaten für so eine Osmoseanlage gar nicht so teuer sind, und der Wunsch nach individueller Gestaltung so einer Anlage, führte zu der Idee, mit viel weniger Geld eine bessere Osmoseanlage selber zu bauen.

Mit dem Blog www.lebendiges-trinkwasser.de, und dem Youtube Kanal und auf Facebook teile ich alles, was ich über gesundes Wasser und Wasserfilter gelernt habe. Da gibt es Anregungen und Antworten auf die wichtigsten Wasser-Fragen. Sie helfen Dir, deinen Weg zu gesundem Wasser zu finden.

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